
| PM 19/2010 Konjunkturumfrage |
| Erstellt am 21.06.2010 12:22:00 von Susanne Ritzmann Aktualisiert am : 21.06.2010 13:05:34 --- Aufrufe : 479 |
PM 19/2010 Die konjunkturelle Entwicklung von Hotellerie und Gastronomie in Thüringen (Winter 2009/10 – Ausblick Sommer 2010) Mit dem Branchenbericht Gastgewerbe Winter 2009/10 – Ausblick Sommer 2010 stellt der DEHOGA Thüringen e.V. seine Konjunkturbeobachtung des gastgewerblichen Marktes vor. Grundlage für den Branchenbericht sind Befragungen von Hoteliers und Gastronomen in ganz Thüringen, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Management und Tourismus der Fachhochschule Westküste in Heide durchgeführt werden. Für die Analyse werden die Ergebnisse nach den Branchensegmenten Hotellerie und Gastronomie unterteilt und für ausgewählte Konjunkturmerkmale kommentiert. Die Beurteilung der Konjunkturentwicklung bezieht sich auf die Geschäftslage im Zeitraum Oktober 2009 bis März 2010 sowie die Geschäftserwartungen für die Monate April bis September 2010. Die Daten wurden entweder schriftlich oder per Online-Fragebogen im Zeitraum vom 29. März bis 26. April 2010 in ganz Deutschland, so auch in Thüringen erhoben. Insofern lässt sich die Auswertung und Einschätzung des Thüringer Gastgewerbes mit dem Deutschlandtrend vergleichen. Gesamtergebnis Hotellerie Nach Auswertung der diesjährigen Konjunkturumfrage im Thüringer Hotel- und Gaststättengewerbe beurteilen die Thüringer Hoteliers die Geschäftslage des zurückliegenden Winterhalbjahres mit 46 Prozent überwiegend befriedigend. 33 Prozent der befragten Unternehmer stuften die Lage sogar als schlecht ein. Lediglich 21 Prozent der Beherbergungsbetriebe berichten von guten Geschäften. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmer berichten von sinkenden Umsätzen und Erträgen im Zeitraum Oktober 2009 bis März 2010: 55,2 Prozent der Hoteliers beklagen wie auch im Vorjahr (55,2 Prozent) Umsatzeinbrüche. 57,1 Prozent mussten Ertragseinbußen hinnehmen. Lediglich 17,1 Prozent der Beherbergungsbetriebe konnten sich über steigenden Umsatz (Vorjahr 20,4 Prozent), und 11,8 Prozent über eine Erhöhung der Erträge freuen (Vorjahr 15,2 Prozent). Der finanzielle Spielraum um teilweise dringend notwendige Investitionen zu tätigen, ist dementsprechend eng gefasst. So gaben 25 Prozent der Hoteliers an, dass die Investitionen gesunken seien (Vorjahr 46,8 Prozent). Bei immerhin 40,8 Prozent der Unternehmen sind diese gleich geblieben (Vorjahr 32,4 Prozent) und bei 34,1 Prozent sogar gestiegen (Vorjahr 20,8 Prozent). Hier zeigt zweifelsohne die Senkung der Mehrwertsteuer für Beherbergungsleistungen seine Wirkung. Trotz der vorbenannten Bedingungen haben die Thüringer Hoteliers sich weitgehend bemüht die Zahl ihrer Mitarbeiter konstant zu halten. Dies bestätigen 71,2 Prozent der Befragten (Vorjahr 71,5 Prozent). Bei 18,5 Prozent der Betriebe ist die Zahl der Mitarbeiter dagegen gesunken (Vorjahr 23,5 Prozent). Dies ist auch eine Folge des weiterhin zu verzeichnenden Umsatzrückgangs im Thüringer Gastgewerbe. Die Zimmerauslastung sank bei 48,5 Prozent der Unternehmen (Vorjahr 52,3 Prozent). Immerhin 32,7 Prozent der Hoteliers können auf eine gleich bleibende Zimmerauslastung verweisen (Vorjahr 25,9 Prozent). Dem gegenüber stehen lediglich 18,7 Prozent die auf steigende Auslastungen blicken können (Vorjahr 21,8 Prozent). Nach Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Übernachtungen in Thüringen um 1,9 % auf 9,4 Mio. Damit konnte der Thüringer Tourismus bereits im dritten Jahr in Folge steigende Gäste- und Übernachtungszahlen verbuchen. Leider entwickelte sich der Umsatz in der Thüringer Hotellerie nicht genauso positiv wie die Übernachtungszahlen sondern sank real um 1,3 Prozent (Vorjahr Minus 5,0 Prozent). Starken Zuwachs bei den Übernachtungen konnte im letzten Halbjahr der Städtetourismus mit 4,7 Prozent (1,9 Mio.) verzeichnen. Auch in der Region Südharz stiegen die Übernachtungszahlen um 5,1 Prozent (189 Tausend) und im Gebiet Übriges Thüringen um 3,3 Prozent (2,1 Mio.) an. Im Thüringer Wald hingegen blieb die Zahl der Übernachtungen mit 0,1 Prozent (4,4 Mio.) Zunahme wie auch in der Thüringer Rhön mit 0,3 Prozent Zuwachs (437 Tausend) nahezu gleich. Die Erwartungshaltung der Unternehmer in der Thüringer Hotellerie für die kommende Saison ist leider weiterhin von Zurückhaltung geprägt, jedoch etwas optimistischer als im Vorjahr zu sehen. Mit Blick auf die gesamtwirtschaftlichen Prognosen und die ersten Ergebnisse des laufenden Jahres hoffen 29 Prozent der Hoteliers auf eine Belebung des Geschäfts. 21,7 Prozent der Unternehmen rechnen auch in der kommenden Saison noch mit einer sinkenden Zimmerauslastung (Vorjahr 46,2 Prozent). Der Umsatzrückgang wird mit 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (48,1 Prozent) etwas positiver eingeschätzt. Ähnlich werden auch die Erträge eingeschätzt. 29,5 Prozent der Hoteliers rechnen mit weiter sinkenden Erträgen (Vorjahr 55,3 Prozent), jedoch 24,5 Prozent rechnen mit steigenden Erträgen (Vorjahr 10,6 Prozent) und 46 Prozent gehen von gleich bleibenden Erträgen aus (Vorjahr 34,1 Prozent). Die etwas hoffnungsvolleren Zukunftsaussichten spiegeln sich auch in den Prognosen für das künftige Investitionsverhalten wieder. Immerhin 32,9 Prozent der Unternehmen wollen höhere Investitionen tätigen (Vorjahr 17,3). Bei 44,7 Prozent bleibt das Investitionsverhalten gleich (31,2 Prozent). Dies wird jedoch aktuell durch die Diskussionen um die Wiedereinführung des Regelsteuersatzes für Beherbergungsleistungen und die Einführung von Übernachtungssteuern deutlich konterkariert. Drei Viertel der Unternehmen (75,5 Prozent) rechnen weiterhin mit gleich bleibender Anzahl an Mitarbeitern (Vorjahr 75,4 Prozent). Nur 9,2 Prozent der Unternehmer rechnen mit weiterem Arbeitsplatzabbau (Vorjahr 17,9 Prozent).
Die Stimmung unter den thüringer Gastronomen blieb auch im Winter 2009/10 weiterhin angespannt, wenngleich sie gegenüber dem Vorjahr leichte Anzeichen von Aufhellen zeigt. 32 Prozent der Befragten Unternehmer bewerten ihre Geschäftslage als schlecht (Vorjahr 36,5 Prozent) und nur 23 Prozent als gut (Vorjahr 23,2 Prozent). 45 Prozent beurteilen die Saison mit befriedigend (Vorjahr 40,3 Prozent). Mehr als jeder zweite Unternehmer (50,9 Prozent) berichtet von gesunkenen Umsätzen (Vorjahr 50,3 Prozent). Auch die Ertragssituation in der heimischen Gastronomie stellt sich weiterhin sehr besorgniserregend dar. Fast zwei Drittel der Gastronomen (61,7 Prozent) beklagen Ertragseinbußen (Vorjahr 63,2 Prozent). Hauptursache hierfür sind die teilweise deutlich steigenden Betriebskosten insbesondere Energiekosten und Abgaben bei gleichzeitig sinkenden Gästezahlen (53,6 Prozent). Dem gegenüber standen nur 12,9 % mit Gästezuwachs (Vorjahr 17,8 Prozent) und 18,4 % mit einer positiven Umsatzentwicklung (Vorjahr 19,5 Prozent). Die Zahlen des Thüringer Landesamtes für Statistik bestätigen diesen Trend. Das Thüringer Gastgewerbe hatte demnach im Jahr 2009 einen Umsatzrückgang von real 1,9 Prozent zu verkraften. Am stärksten getroffen wurde dabei die getränkegeprägte Gastronomie mit einem realen Umsatzverlust von 3,3 Prozent. Eine der Ursachen hierfür liegt ohne Zweifel im bestehenden Rauchverbot. Daraus resultierend bleiben die Gäste aus oder verkürzen den Aufenthalt in Gaststätten und Restaurants. Nicht im Ansatz konnten diese Umsatzausfälle durch neue Zielgruppen kompensiert werden. Trotz der angespannten Situation ist in der Mehrzahl der Gastronomieunternehmen im Freistaat (62,9 Prozent) die Mitarbeiteranzahl zum Vorjahr gleich geblieben (65,7 Prozent). Es gaben jedoch auch 21,5 Prozent der Befragten an, dass sie den Erhalt des Unternehmens nur durch den Abbau von Arbeitsplätzen sichern konnten (Vorjahr 29,1 Prozent). Viele Unternehmer sehen auch in naher Zukunft keine Entlastungen auf sie zukommen. 43,5 Prozent der Befragten rechnen noch immer mit sinkenden Erträgen während des kommenden Sommerhalbjahres (Vorjahr 59,4 Prozent). Die Umsatzentwicklung sehen die Gastronomen nicht ganz so pessimistisch wie im Vorjahr. 33,1 Prozent der Unternehmer rechnen mit weiteren Verlusten (Vorjahr 55 Prozent). Lediglich 30,4 Prozent der Befragten erwarten steigende Umsätze (Vorjahr 16 Prozent). Bei den Gästezahlen prognostizieren 28,2 Prozent der Unternehmer ein weiteres Absinken (Vorjahr 44,7 Prozent). Dem gegenüber gehen 44,4 Prozent der Gastronomen von gleich bleibenden (Vorjahr 40 Prozent) und nur 27,4 Prozent von steigenden Gästezahlen aus (Vorjahr 15,3 Prozent). |
| Dateianhänge | |||||||||||||||
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| Querverweise |
| PM 18/2010 Änderung Nichtraucherschutzgesetz |

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