Aktuelles

Dauerthema: Umsatzsteuer bei Sauna und Schwimmbad

14.01.2020

Das Bundesministerium der Finanzen hat sich zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Schwimmbad- und Saunanutzung in einem BMF-Schreiben geäußert.

Zunächst wird klargestellt, dass die Nutzung von Schwimmbädern dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent unterliegt, wenn das Schwimmbad dazu bestimmt und geeignet ist, eine Gelegenheit zum Schwimmen zu bieten. Dies setze voraus, dass insbesondere die Wassertiefe und die Größe des Beckens das Schwimmen oder andere sportliche Betätigungen ermöglicht (Wiederholung der Ausführungen des BMF-Schreibens vom 7. Juli 2015).

Wenn neben der Nutzung des Schwimmbades weitere Leistungen, wie beispielsweise die Nutzung einer Sauna, angeboten werden, liegen in der Regel zwei selbständige Leistungen vor, die für die Anwendung der Steuersätze getrennt zu behandeln sind. Im Einzelfall kann dies jedoch anders zu beurteilen sein, wenn beispielsweise die Schwimmbadnutzung den dominierenden Teil einer Gesamtleistung ausmacht. Als Beispiel wird ein Schwimmbad genannt, in dem zusätzlich die Nutzung einer kleinen Saunakabine, einer Dampfgrotte oder Ähnliches angeboten wird, ohne dass dafür ein gesondertes Nutzungsentgelt gefordert wird. Dann dominiert das Angebot des Schwimmbades derart, dass die Gesamtleistung dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent unterliegt.

Werden für die Schwimmbadnutzung und die Saunanutzung getrennte Entgelte verlangt, auch wenn ein Gesamtpreis gebildet wird, sind die einzelnen Leistungen Schwimmbadnutzung (7 Prozent Umsatzsteuer) und Saunanutzung (19 Prozent Umsatzsteuer) getrennt zu behandeln.

Möglich sind aber auch Aufpreise für die Nutzung des einen oder anderen Angebots. Bei diesen Beispielen wird dann zunächst ein Verhältnis der Einzelpreise berechnet und davon ausgehend die Aufteilung des Gesamtpreises vorgenommen.

Beispiel:

Ein Schwimmbad verkauf Eintrittskarten, die ausschließlich die Nutzung des Schwimmbades (18 Euro) oder die Nutzung der Sauna (20 Euro) erlauben. Wenn ein Gast beide Leistungen in Anspruch nimmt, kostet die Eintrittsberechtigung 23 Euro.

Hier ist zunächst eine Aufteilung unter Berücksichtigung der Einzelpreise vorzunehmen: 18 Euro Schwimmbad und 20 Euro Sauna = 47 Prozent Schwimmbad und 53 Prozent Sauna.

Der Gesamtpreis von 23 Euro ist nach diesem Verhältnis aufzuteilen:

23 Euro x 47 Prozent = 10,81 Euro Schwimmbad;

23 Euro x 53 Prozent = 12,91 Euro Sauna.

Quelle:            DEHOGA Bundesverband

 

Bleiben Sie auf dem Laufenden. In unserem Seminar "Wenn der Betriebsprüfer kommt - Aufzeichnungs- und Buchführungspflichten" werden die Tiefen der BMF-Schreiben zur Besteuerung verschiedener Leistungen beleuchtet. Alle Seminarinhalte sowie die Termine finden Sie unter www.gastgewerbe-bildung.de/kurse-seminare/fachseminare/betriebsfuehrung/aufzeichnung-und-buchfuehrung/