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Studie zur Verringerung des Einwegbecherverbrauchs

19.06.2019

Das Umweltbundesamt (UBA) hat eine Studie Verringerung des Einwegbecherverbrauchs in Auftrag gegeben.

Das UBA hat nun die finale Studie veröffentlicht.

Zur Pressemitteilung des UBA gelangen Sie hier.

Die Schlussfolgerungen der Studie finden Sie auf den Seiten 178 – 188.

 Die Studie schlägt vor, mit der Wirtschaft im Rahmen eines Branchendialogs zu vereinbaren, dass im „to go“ Sektor primär Mehrwegbecher ausgegeben werden. Dies sollte die Regel sein und nicht nur auf Nachfrage geschehen. Zudem sollten Kaffee und andere Heißgetränke aus Mehrwegbechern laut der Studie billiger sein als aus Einwegbechern. Die Studie zeigt auch, dass Deckel einen hohen Anteil an Energieverbrauch und Umweltverschmutzung haben. Daher ist es laut der Studie sinnvoll, keine Einwegdeckel mit den Mehrwegbechern auszugeben. Für die Mehrwegbecher sollten die Vorgaben des Blauen Engels für Mehrwegbechersysteme verwendet werden. Außerdem wird ein „Litteringfonds“ vorgeschlagen. Die Gelder aus dem „Litteringfonds“ sollen sowohl für die Reinigung des öffentlichen Raums als auch für Informationskampagnen verwendet werden. Einzahlen müsste, wer Einwegbecher in Verkehr bringt. Laut Studie könnte so der Verbrauch von Einweggetränkebechern innerhalb von drei Jahren um 50 Prozent sinken. Sofern keine anspruchsvolle Vereinbarung mit der Wirtschaft zustande kommt, sollten verbindliche Maßnahmen rechtlich vorgeschrieben werden.

 „Ziel wäre es, eine Vereinbarung zu erzielen, die von einem Großteil des Marktes getragen und unterstützt wird. Bei einer avisierten Marktabdeckung, die bei weit über 50% liegen sollte, könnte ein Kipppunkt erreicht werden, der den Markt der Heißgetränke transformieren und nachhaltig umgestalten könnte.“ (Seite 180)

 

Besonderes Augenmerk gilt folgendem Vorschlag der Studie: Heißgetränke in Einwegbechern sollten laut der Studie am Point of sale teurer verkauft werden als in Mehrwegbechern (Die Studie schlägt 40 Cent Zuschlag auf Einwegbecher und 10 Cent Zuschlag auf Einwegdeckel vor, siehe Seite 180). Die Hälfte aus den bedingt durch die Zuschläge erhöhten Verkaufspreisen von Einwegbechern und -deckeln sollte von den teilnehmenden Verkaufsstätten, die die Branchenvereinbarung mittragen, einem Litteringfonds zugeführt werden. Zweck des Litteringfonds wäre die Finanzierung der aufwendigen Sammlung von in der Umwelt wild entsorgten Einwegbechern und –deckeln (Seite 181).

Wie schon im November 2018 bei der Vorabpräsentation absehbar, wird es also in naher Zukunft einen Branchendialog unter Beteiligung von Wirtschaftsverbänden, Unternehmen (v.a. große Ketten), Umwelt- und Verbraucherorganisationen, Behörden und Ministerien geben, mit dem Ziel, eine freiwillige Vereinbarung unter Beachtung der Ergebnisse der Studie herbeizuführen. Sollte dies nicht fruchten, ist mit regulatorischen Maßnahmen zu rechnen. Wir gehen davon aus, dass auch der DEHOGA Bundesverband zu diesem Branchendialog eingeladen wird.

 

Quelle: DEHOGA Bundesverband