DEHOGA Thüringen blickt optimistisch ins neue Jahr

Neujahrsinterview mit Präsident Mark Kühnelt: „Gastgewerbe bleibt Herz der Thüringer Gastfreundschaft“
Erfurt, 08.01.2026 / Herr Kühnelt, wie startet das Thüringer Gastgewerbe ins neue Jahr?
Mit Zuversicht. Entscheidend ist, dass es endlich wieder mehr positive Signale für unsere Branche gibt. Die dauerhaften 7 Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen sind dabei ein wichtiger Schritt – aber ebenso wichtig sind wachsende Reiselust, investitionsbereite Betriebe und ein starkes Bekenntnis zur Thüringer Gastfreundschaft.
Welche Bedeutung haben die 7 Prozent konkret?
Sie schaffen dringend benötigte Planungssicherheit und wirtschaftliche Entlastung. Das hilft Betrieben, Kosten abzufedern, Arbeitsplätze zu sichern und weiterhin Qualität anzubieten. Gleichzeitig sind sie ein Zeichen politischer Anerkennung für die Leistung unserer Gastgeberinnen und Gastgeber.
Was trägt darüber hinaus zur positiven Stimmung bei?
Die Nachfrage ist da. Thüringen ist als Reise- und Genussland nach wie vor sehr gefragt, auch wenn es regional durchaus deutliche Unterschiede gibt. Viele Betriebe haben ihre Konzepte weiterentwickelt, setzen auf Regionalität, Nachhaltigkeit und persönliche Gastgeberqualität, denn das ist es was unsere Gäste so sehr schätzen. Diese Mischung macht uns optimistisch.
Welche Themen bleiben dennoch auf der Agenda?
Anpassung des Arbeitszeitgesetzes an die EU-weite Regelung, Bürokratieabbau, Fachkräftesicherung und verlässliche Rahmenbedingungen. Die 7 Prozent sind ein wichtiger Baustein, aber sie müssen eingebettet sein in eine Politik, die Unternehmertum stärkt und Entwicklung ermöglicht.
Wie sehen Sie die Situation beim Personal?
Der Fachkräftemangel bleibt eine Herausforderung, aber wir sehen positive Entwicklungen. Ausbildung und Qualifizierung gewinnen wieder an Bedeutung, und viele Betriebe investieren bewusst in gute Arbeitsbedingungen und Wertschätzung. Einen großen Beitrag leisten wir mit der Ausbildungskoordination des DEHOGA Thüringen. Hier werden seit Jahren motivierte Auszubildende aus dem Ausland akquiriert und auch während der Ausbildung und Schule im DEHOGA Thüringen KOMPETENZZENTRUM betreut.
Welche Rolle spielt das Gastgewerbe für Thüringen insgesamt?
Eine sehr zentrale Rolle. Hotels, Restaurants und Cafés sind Wirtschaftsfaktor, Arbeitgeber und soziale Treffpunkte zugleich. Sie prägen das Bild unseres Landes und sind unverzichtbar für Tourismus, Lebensqualität und den ländlichen Raum.
Ihr Wunsch für das neue Jahr?
Dass 2026 als Jahr des Aufbruchs in Erinnerung bleibt – mit mehr Verlässlichkeit, mehr Schwung, weniger Bürokratie und einer starken, selbstbewussten Gastgeberbranche. Die richtigen Schritte sind gemacht, jetzt gilt es, diesen Weg konsequent weiterzugehen.