PM 05/2026

Sechs Monate 7 Prozent Mehrwertsteuer: Thüringer Gastgewerbe zieht positive Zwischenbilanz

Steuerentlastung sichert Existenzen, Arbeitsplätze und Preisstabilität

Erfurt, 14. Juli 2026 / Ein halbes Jahr nach der dauerhaften Einführung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von 7 Prozent auf Speisen in der Gastronomie fällt die Bilanz der Thüringer Gastgeber eindeutig aus: Die Steuerentlastung wirkt. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des DEHOGA Thüringen.

Für mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (50,9 Prozent) ist die 7-Prozent-Regelung existenzsichernd. Weitere 32,1 Prozent bewerten sie als sehr wichtig. Damit sehen über 83 Prozent der Betriebe die Maßnahme als entscheidenden Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität ihres Unternehmens.

Die steuerliche Entlastung kommt unmittelbar den Gästen und den Beschäftigten zugute. Rund drei Viertel der Betriebe (74,8 Prozent) konnten ihre Preise stabil halten. Zwei Drittel (67,3 Prozent) nutzten den finanziellen Spielraum, um gestiegene Personal- und Lohnkosten aufzufangen. Mehr als jeder zweite Betrieb (55,1 Prozent) sicherte dadurch bestehende Arbeitsplätze. Fast ein Drittel der Unternehmen konnte notwendige Preiserhöhungen deutlich geringer ausfallen lassen als ohne die Steuerentlastung.

Auch Investitionen wurden ermöglicht: 26,2 Prozent der Betriebe investierten in die wirtschaftliche Stabilisierung ihres Unternehmens, 18,7 Prozent in Modernisierung und Ausstattung, weitere Betriebe stellten neue Mitarbeiter ein.

Die Umfrage zeigt zugleich, welche Folgen ein Ausbleiben der 7-Prozent-Regelung gehabt hätte. Knapp 80 Prozent der Betriebe hätten ihre Preise stärker erhöhen müssen. Mehr als die Hälfte hätte Investitionen gestoppt. 44,4 Prozent sehen ihr Unternehmen ohne die Steuerentlastung in einer wirtschaftlichen Schieflage, mehr als ein Drittel hätte Personal abbauen müssen. Fast jeder fünfte Betrieb hält sogar eine Betriebsaufgabe oder Insolvenz für wahrscheinlich.

Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Thüringen, macht deutlich: „Die dauerhafte Anwendung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes ist kein Konjunkturprogramm, sondern eine notwendige wirtschaftspolitische Maßnahme zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Gastgewerbes. Sie schafft Planungssicherheit für die Unternehmen, stabilisiert Arbeitsplätze und trägt dazu bei, dass gastronomische Angebote für die Gäste bezahlbar bleiben. Unsere Umfrage bestätigt eindrucksvoll, was wir seit Jahren deutlich machen: Die 7 Prozent Mehrwertsteuer sind keine Subvention, sondern eine Investition in eine leistungsfähige, mittelständisch geprägte Branche. Die Entlastung kommt unmittelbar bei den Gästen, den Beschäftigten und den Unternehmen an.“

Das Thüringer Gastgewerbe ist geprägt von kleinen und mittelständischen Familienunternehmen. Mehr als 60 Prozent der befragten Betriebe beschäftigen weniger als zehn Mitarbeitende. Gerade diese Unternehmen profitieren von der dringend benötigten Planungssicherheit und den verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.