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PM 02/2022 2GPlus vom Tisch – nun muss Sperrstunde folgen

20.01.2022

Erfurt, 20.01.2022 / DEHOGA Thüringen begrüßt die Abkehr von der 2G Plus-Regelung und erwartet dies auch dauerhaft. Weiterhin muss auch die Sperrzeit für das Gastgewerbe aufgehoben werden.

Mehr als jeder fünfte Betrieb (21,9 Prozent) im Thüringer Gastgewerbe ist aufgrund der derzeitigen massiven Corona-Einschränkungen geschlossen, ein weiteres Viertel der gastgewerblichen Unternehmer (25,1 Prozent) geht von einer Schließung aus, so die aktuelle Umfrage des DEHOGA Thüringen.

„Die Lage,“ so Mark A. Kühnelt, Präsident des DEHOGA Thüringen e.V., „ist sehr angespannt und die Stimmung der Kollegen sehr schlecht. Da sind einerseits die Corona-Einschränkungen, welche die Erzielung von Umsatz sehr schwierig machen und anderseits auch die seit Januar eingeschränkten Unterstützungen bei der Überbrückungshilfe, wo nur noch 90 Prozent der Kosten erstattet werden und beim Kurzarbeitergeld, wo nach 24 Monaten im Februar das Auslaufen droht und die Arbeitgeberbeiträge der Sozialversicherung nicht mehr erstattet werden. Hier muss dringend nachgebessert werden, damit nicht noch mehr Unternehmer aufgeben, weil sie finanziell am Ende sind.“

Aktuell sehen, so auch ein Ergebnis der Umfrage, sechs von zehn der befragten Unternehmer (59,6 Prozent) ihre Existenz gefährdet.

„Auch dies zeigt die dramatische Situation auf. Es ist für die Unternehmer im Gastgewerbe unerträglich, wenn immer wieder unsere Branche als Pandemietreiber stigmatisiert wird. Wir sind kein Treiber der Pandemie, sondern Teil der Lösung.“, so Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Thüringen e.V.

Nach Angaben des Robert Koch-Institut waren in der letzten Woche des Jahres 2021 (KW 52/2021), 205.957 Corona-Fälle gemeldet. Von diesen konnten 97 Prozent nicht mehr zugeordnet werden.

„Unsere Kollegen berichten immer mehr von der Realisierung von Feiern im privaten Räumen, weil es im Gastgewerbe Einschränkungen gibt. Da macht es wohl objektiv keinen Sinn die Einschränkungen in unserem Gewerbe weiter zu verschärfen.“ zeigt sich Ellinger aufgebracht.

Mehr als 72 Prozent der befragten Thüringer Unternehmern im Gastgewerbe bewerten eine 2G Plus-Regelung negativ, 19,5 Prozent eher negativ.

„Insofern begrüßen wir ausdrücklich“, so Präsident Kühnelt, „dass die Thüringer Landesregierung die geplante Regelung von 2 G-Plus nicht umsetzt. Wir haben auch die dringende Forderung, dass dies so bleibt, weil aktuell in der Diskussion um die Tests, deren Verfügbarkeit aber auch die sehr lückenhaften Möglichkeiten, insbesondere im ländlichen Raum, gerade auch an Wochenenden, nicht im Ansatz ausreichend sein kann.“

Auf die Frage nach einer möglichen Auswirkung der 2G Plus-Regelung im Gastgewerbe befürchten neun von zehn befragten Unternehmern weniger Gäste (88,7 Prozent) und Umsatzausfälle (88,0 Prozent). Mehr als die Hälfte (54,2 Prozent) sehen auch Konflikte mit Gästen.

„Gerade dies ist derzeit, aufgrund der immer noch geltenden Sperrstunde zu beklagen.“, konstatiert Ellinger. „Wir fordern das Gesundheitsministerium auf, auch diese, in seiner Wirkung völlig unsinnige und unsere Kollegen massiv einschränkende Regelung abzuschaffen. Die ursprüngliche Begründung mit der Ausgangsperre für Ungeimpfte erschließt sich nicht im Ansatz, da unter der 2G-Regelung diese sowieso nicht in die Gaststätten dürfen,“ so Ellinger abschließend.

Der Auswertungslink unserer Blitzumfrage für Thüringen: https://de.surveymonkey.com/results/SM-TL9L7SLJ9/